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Naturparfum Natürliche Parfums verhalten sich komplett anders als synthetische

Vom flüchtigen Reich der Düfte


Wer ein Parfum, Eau de Toilette, Aftershave, Duschgel, Shampoo, Massageöl oder eine Creme mit persönlicher Duftnote kreiert haben will, der sollte einen Parfumeur aufsuchen. Jacques Masraff ist einer, der mit natürlichen Duftstoffen arbeitet.
Angela Bernetta

«Ein Naturparfum verhält sich komplett anders, als dies ein synthetischer Duft tut. In der Welt der natürlichen Duftessenzen gibt es nämlich zahlreiche Noten nicht, die häufig in synthetischen Parfums eingesetzt werden», klärt Jean- Claude Richard von Farfalla Essentials AG auf. Das Marktangebot an Naturparfums sei deshalb eher klein. Zudem seien diese stark flüchtig und nur einige Stunden wahrnehmbar. Andererseits sind Naturparfums frei von jeglichen aggressiven Aromastoffen und deshalb der Haut im Allgemeinen zuträglicher als die synthetischen Duftstoffe. Überdies stimulieren die Inhaltsstoffe der ätherischen Öle - es sind dies die wichtigsten Bestandteile von Naturparfums - die körpereigenen Hormone und können dadurch das seelische Wohlbefinden eines jeden beeinflussen. Parfumeur Jacques Masraff weiss um diese Wirkung. Deshalb arbeitet der Romand vornehmlich mit natürlichen Duftstoffen und kreiert auf Wunsch auch Duftwässerchen nach individuellem Gusto.

Frische Luft und Kaffeedose
Auf dem Weg zum eigenen Duft muss man zuallererst seine Nase in verschiedene Fläschchen stecken. Ob erdend, erhellend, entspannend, erfrischend oder anregend - Parfumeur Masraff bietet rund 150 verschiedene ätherische Öle zur Auswahl an. Der Vorbereitungsbogen, den es vorab auszufüllen gilt, listet etwa 45 Duftrichtungen auf. Diese sind unterteilt in Kopfnoten (Zitrusdüfte, Ingwer, Melisse, Rosmarin usw.), Herznoten (Iris, Vanille, Jasmin, Lavendel, Basilikum, Weihrauch usw.) und Basisnoten (Sandelholz, Zedernholz, Weisstanne, Ambrette, Patchouli etc.). Man riecht und verteilt Noten zwischen 1 (sehr gut) und 5 (nicht so angenehm). Zeigt sich die ungeübte Nase nach fünf bis zehn Düften etwas verwirrt, lässt sie sich an der frischen Luft oder an einer Kaffeedose riechend wieder neutralisieren.

Frage der Dosierung
Ziel des Vorbereitungsbogens ist es, einige Essenzen zu favorisieren. Aufgrund dieser kann der Parfumeur in der Folge das Duftwasser zusammenmischen. Jacques Masraff arbeitet mit Pipette, kontrolliert das Gewicht auf der Waage, betrachtet jedes Tröpfchen mit Hingabe, das er ins Fläschchen entlässt. Beim Mischen setzt er die Essenzen ins richtige Verhältnis, geht gleichzeitig auf die Wünsche der Kundschaft ein. Die unterschiedlichen Düfte können, erläutert der Parfumeur, beliebig miteinander kombiniert werden. Auch Gegensätze wie Pfefferminze und Jasmin gehen zusammen. «Es ist alles eine Frage der Dosierung.» Der 51-Jährige blickt auf über 30 Jahre Berufserfahrung zurück. Und er hat eine grosse Nase, was indes nicht zwingend zur erfolgreichen Ausübung dieses Berufs gehört.

Eigene Software
Holzige Düfte wie beispielsweise Sandelholz, Narde, Patchouli oder Weisstanne haften länger, duften intensiver, dominieren andere Duftstoffe. Vanille indessen versprüht einen seidenen Schimmer, Weihrauch «harzt», Kardamom ist würzig, Melisse dagegen duftet grün und frisch. Ambrette wiederum, eine moschusähnliche Essenz, lässt sich aus vielen herausriechen. Und dann gibt es Duftstoffe, die lichtempfindlich oder gar toxisch sind. Anhand einer eigens entwickelten Software, deren sich der Parfumeur während der Arbeit bedient, lässt sich die Zusammensetzung des im Entstehen begriffenen Duftwassers fortlaufend überprüfen. Kommt das Produkt in den Handel, müssen, so will es die Eidg. Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), gewisse Inhaltsstoffe auf der Etikette deklariert sein.

Zeit der Reifung
«Einmal aufgesprüht, vermischt sich ein Parfum mit den körpereigenen Duftstoffen und verändert sich dadurch laufend », erklärt der Parfumeur. Und: Die menschliche Nase nimmt einen sie permanent umgebenden Duft nur während etwa 10 Minuten wahr. Schliesslich reicht der 51-Jährige das Resultat zum Test, verstärkt das Parfum auf Wunsch mit der einen oder anderen Essenz und füllt die Flüssigkeit letztlich in einen Flakon. Alkohol dient als Konservierungsmittel. «Lassen Sie der frisch gemischte Kostbarkeit eine bis zwei Wochen Zeit der Reifung. Denn die Essenzen müssen sich zuerst aneinander gewöhnen, bis sie zusammenfinden», sagt er und wendet sich der nächsten Kundin zu.